Kunsttherapie


Richtlinien für die Durchführung

Ethische Leitlinien
Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie e.V.

1.
EINLEITUNG
Diese ethischen Leitlinien haben zum Ziel, Mitgliedern der DVG Orientierungshilfe für die ethischen Aspekte ihrer beruflichen Aktivitäten zu sein.
Sie dienen dazu,
- ethische Standards für das professionelle Verhalten von GestalttherapeutInnen zu beschreiben,
- die Teile der Öffentlichkeit zu informieren, und zu schützen, welche Dienste von DVG- Mitgliedern in Anspruch nehmen,
- Grundlagen für die Klärung von Beschwerden zu geben.
Deshalb stehen DVG-Mitglieder in der Verantwortung, die in diesen Ethikleitlinien beschriebenen Prinzipien zu beachten und sie als Grundlage für die verantwortungsvolle Umsetzung in ihrer Praxis zu nutzen.
Der Geltungsbereich umfasst alle DVG-Mitglieder, d.h. ordentliche, fördernde und institutionelle Mitglieder.
Die institutionellen Mitglieder verpflichten ihre Ausbilderinnen, LehrtherapeutInnen und Supervisor Innen (auch wenn diese keine DVG-Mitglieder sind) auf diese ethischen Leitlinien.

2. KOMPETENZ
Therapeutinnen sind in besonderer Weise verantwortlich, ihre Kompetenz durch persönliche und professionelle Entwicklung, durch regelmäßige Supervision, Fortbildung und Eigentherapie zu fördern.
Andererseits gehört zur Kompetenz, die eigenen Grenzen zu erkennen und entsprechend zu handeln.

3. VERANTWORTUNG
DVG-Mitglieder bemühen sich um Transparenz und Ehrlichkeit und machen keine falschen oder irreführenden Aussagen, z.B. über ihre Ausbildung, ihre Zusammenarbeit mit Institutionen, ihre Beziehungen zu Kolleginnen und über die mögliche Wirksamkeit ihrer Dienstleistungen.
DVG-Mitglieder handeln in dem Bewusstsein, dass ihr persönlicher Hintergrund ihre Arbeit beeinflusst, dass sie verantwortlich sind gegenüber der Gemeinschaft und Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten, und sie berücksichtigen das Umfeld, aus dem ihre Klientinnen kommen und in dem diese leben.

4. THERAPEUTISCHE BEZIEHUNG
(Beziehung zwischen Klient/in und Therapeut/in)
4.1. Die Klient/Therapeut-Beziehung ist bei aller möglichen Nähe stets eine professionelle Beziehung.
4.2. Die DVG-Mitglieder erkennen die Wichtigkeit der Beziehung für eine wirkungsvolle Therapie an. Sie sind sich der Macht des Einflusses bewusst, die mit der therapeutischen Situation verbunden ist; sie handeln auf eine Art, die mit diesem Wissen vereinbar ist.
4.3. In der therapeutischen oder beratenden Beziehung soll keine Thematik menschlichen Verhaltens und Erlebens aus der Kommunikation ausgeschlossen werden. Es soll jedoch konkretes Verhalten ausgeschlossen werden, das die Grenzen der vereinbarten Beziehungsform aufhebt.
4.4. Zur Therapie gehörender Körperkontakt ist ausschließlich am Wohle der Klientinnen orientiert und erfordert besondere Sorgfalt, die z.B. im Einholen des spezifischen Einverständnisses der Klientinnen bestehen kann.
4.5. DVG-Mitglieder nutzen ihre Klientinnen weder finanziell, noch sexuell oder emotional für ihren persönlichen Vorteil und ihre eigenen Bedürfnisse aus.
4.6. DVG-Mitglieder lassen sich unter keinen Umständen auf sexuelle Beziehungen mit ihren Klientinnen ein. In Anbetracht des Wesens einer therapeutischen Beziehung erkennen sie an, dass sich durch die Beendigung einer Therapie nicht automatisch eine Änderung in der Beziehung ergibt und zur gegenseitigen Ablösung Zeit gebraucht wird.

5. UNTERSCHIEDLICHE BEZIEHUNGSEBENEN
DVG-Mitglieder achten darauf, therapeutische Beziehungen nicht durch Mehrfachbeziehungsformen (z.B. verwandt, befreundet, untergeben, vorgesetzt, ehemalige private Partner) zu belasten. Sie sind sensibel dafür, dass solche Kontakte ihre professionelle Urteilsfähigkeit einschränken können.

6. STRUKTURIERUNG DES THERAPEUTISCHEN ARBEITSBÜNDNISSES
6.1. Klärung der Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen der Therapie, wie finanzielle Vereinbarungen, Schweigepflicht und Kündigungen sowie Absagen von Sitzungen werden zu Beginn der Therapie klar besprochen und vereinbart.
Jede Veränderung der Rahmenbedingungen wird neu vereinbart. Bei Anfragen von Personen, die sich schon anderweitig in therapeutischer Behandlung befinden, gilt es kritisch abzuwägen, ob es verantwortungsvoll ist, die Klientin oder den Klienten in Therapie zu nehmen. Andere Vergütungsformen als Honorarzahlungen sind in der Regel zu vermeiden.
6.2. Dauer und Beendigung des Arbeitsbündnisses
Die Dauer einer Therapie, Überweisungen und Beendigung der Therapie werden mit den Klientinnen besprochen und möglichst einvernehmlich entschieden. Da der Abschied ein wichtiger Teil des Therapieprozesses ist, sollte das Arbeitsbündnis nicht abrupt beendet werden. DVG-Mitglieder beenden ein Arbeitsverhältnis, wenn:
• im gegenseitigen Einverständnis der Arbeitsprozessals abgeschlossen angesehen wird.
• Der Therapeut / die Therapeutin an den Grenzen ihrer fachlichen Kompetenz und/oder ihrer Belastbarkeit angekommen sind.
Sie bemühen sich dann um die Vermittlung einer angemessenen professionellen Unterstützung für die Klientinnen.
• Hinreichend deutlich wird, dass der Klient/die Klientin es nicht länger brauchen, davon nicht profitieren, es nicht mehr wollen
• Und/oder durch eine Fortführung Schaden erleiden würden.
6.3. Vertraulichkeit
Persönliche Daten der Klientinnen und alle Inhalte der Therapie sind von den TherapeutInnen vertraulich zu behandeln. Dies gilt auch für Supervision und Intervision; die konsultierten KollegInnen unterliegen ebenfalls der Schweigepflicht.
Für elektronische Aufzeichnungen der Sitzungen wird die Einwilligung der KlientInnen eingeholt.
Bei schriftlichen Veröffentlichungen und Vorträgen, die Fallbeispiele enthalten, geben die Betroffenen entweder schriftliches Einverständnis, oder die Beispiele werden so verschlüsselt, dass eine Identifizierung nicht möglich ist. Auch nach Beendigung der professionellen Beziehung bleibt die Schweigepflicht bestehen. Eine Einschränkung der Schweigepflicht ist dann gegeben, wenn der/die KlientIn eine Gefahr für sich selbst und andere darstellt.

7. DATENSCHUTZ
7.1. Umgang mit Akten
DVG-Mitglieder behandeln Akten, die sie anlegen, aufbewahren, weitergeben oder vernichten vertraulich und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen. Das DVG-Mitglied trifft Vorkehrungen für den Fall seines Todes, einer Arbeitsunfähigkeit oder für den Fall, dass er seine Position bzw. seine praktische Arbeit aufgibt, so dass vertrauliche Gutachten oder andere Unterlagen geschützt bleiben.
7.2. Vertrauliche Informationen in Datenerfassungssystemen
Die Behandlung vertraulicher Informationen in Datenerfassungssystemen muss dem Datenschutzgesetz entsprechen. Persönliche Daten müssen verschlüsselt, anonymisiert oder gelöscht werden, wenn das Vorhaben, dessentwegen sie gespeichert worden sind, beendet ist.

8. WERBUNG
8.1. Werbung bleibt auf deskriptive Aussagen über die angebotene Dienstleistung und über die Qualifikation der anbietenden Person beschränkt.
8.2. Werbung enthält keine Zeugenaussagen, vergleichende Behauptungen oder Formulierungen, die den Eindruck erwecken, dass die angebotene Dienstleistung effektiver sei als jene, die von anderen therapeutischen Schulen oder Organisationen angeboten werden.

9. LÖSUNG VON ETHISCHEN PROBLEMEN
9.1. DVG-Mitglieder machen sich mit den ethischen Leitlinien vertraut und bedenken, wie diese auf ihre Arbeit angelegt werden können.
9.2. Werden Mitglieder von anderen auf mögliche Konflikte zwischen ihrem Verhalten und den Leitlinien aufmerksam gemacht, dann stellen sie sich den ihnen gegenüber erhobenen Vorwürfen und begeben sich in den Dialog und /oder die Auseinandersetzung; gegebenenfalls nehmen sie die Unterstützung Dritter in Anspruch.
9.3. Wenn Mitglieder annehmen, dass eine Verletzung dieser Leitlinien durch andere vorliegt, wägen sie ab, ob sie das Gespräch mit dem/der KollegIn direkt suchen oder sich zunächst Unterstützung holen.
9.4. Die Ethik- und Schlichtungskommission (ESK) der DVG und ihre Mitglieder sind zur gegenseitigen Zusammenarbeit verpflichtet.
9.5. Die ESK bietet den Mitgliedern sowohl unterstützende Beratung zu ethischen Fragen als auch Schlichtung bei konkreten Verfahren. Die ESK-Mitglieder unterliegen der Schweigepflicht gemäß den Verfahrensregeln der ESK.

10. AUSBILDUNG
10.1. Alle DVG-Mitglieder, die für gestalttherapeutische Ausbildungs- und Trainingsprogramme verantwortlich sind, sorgen für volle Transparenz der gegenseitigen Rechte und Pflichten in Ausbildungsstrukturen und –Verträgen. Gegenseitige Kündbarkeit ist zu vereinbaren.
Die für Ausbildungs- und Trainingsprogramme verantwortlichen DVG-Mitglieder verpflichten sich, ihre AusbildungsteilnehmerInnen über Veränderungen in der berufsrechtlichen Lage und über die ethischen Leitlinien zu informieren.
10.2. Die Ausbildung von Familienangehörigen und Verwandten innerhalb eines Mitgliedsinstitutes deckt sich nicht mit den Ethikleitlinien der DVG.
10.3. Die für Ausbildungs- und Trainingsprogramme verantwortlichen DVG-Mitglieder übernehmen mit dem Ausbildungsvertrag die besondere und doppelte Verantwortung, mit ihren Auszubildenden einerseits therapeutisch und unterstützend zu arbeiten und andererseits dieselben Menschen professionell zu schulen und ihre Kompetenz kritisch zu beurteilen. Dies verlangt von allen AusbilderInnen eine besondere Sorgfalt und Wachheit im Umgang mit den TeilnehmerInnen.
10.4. Alle Verhaltensweisen von AusbilderInnen gegenüber Auszubildenden, die durch ausbildungsfremde Erwägungen oder Eigeninteressen (wirtschaftlicher, sozialer, emotionaler, politischer, religiöser oder sexueller Natur) geleitet werden, sind als Machtmissbrauch anzusehen, auch wenn diese von der/vom Auszubildenden gewünscht werden.
10.5. Lehrtherapien von Ausbildungsinstituten der DVG sind in ihrer Vertraulichkeit geschützt gemäß ELL § 6.3; die AusbildungsteilnehmerInnen können ihre LehrtherapeutInnen von der Schweigepflicht gegenüber ihren AusbilderInnen entbinden.
Die Inhalte von ELL §§4.3, 5 und 10.2 sind zu gewährleisten.
10.6. Die Ausbildungsinstitute der DVG verpflichten alle an ihrem Aus- und Weiterbildungsprogrammen beteiligten Lehrkräfte und alle ihre LehrtherapeutInnen auf die Einhaltung der ethischen Leitlinien der DVG, ungeachtet dessen, ob die einzelnen MitarbeiterInnen Mitglieder der DVG sind.

11. SUPERVISION
11.1. Aus den ethischen Leitlinien für Therapie gelten für die Supervision gleichermaßen die Inhalte von EEL §§ 3, 5, 6.3., 7, 8, 9, 10.2. und 10.3.
11.2. DVG-Mitglieder unterscheiden das supervisorische vom therapeutischen Setting, um klare Beziehungsstrukturen vorgeben zu können.
11.3. Die Rahmenbedingungen der Supervision, wie finanzielle Vereinbarungen, Schweigepflicht und Kündigungen, sowie Absagen von Sitzungen, werden zu Beginn der Supervision klar besprochen und vereinbart. Jede Veränderung der Rahmenbedingungen wird neu kontraktiert.

12. FORSCHUNG
DVG-Mitglieder reflektieren bei der Einbeziehung psychotherapeutischer Behandlungen in Forschungsvorhaben die Bedeutung und Wirkung für ihre KlientInnen sowie für ihre eigene Arbeit und sind verantwortlich:
- für die Aufklärung ihrer KlientInnen über das Forschungsvorhaben,
- für das Einholen der grundsätzlichen Einverständnisses zur Teilnahme und darüber hinaus zu speziellen Formen visueller und akustischer Teilnahme,
- für die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Würde des/der KlientInnen.
Sie prüfen Inhalt, Methodik, und Zielsetzung auf fachliche Güte, Zweckdienlichkeit und ethische Vertretbarkeit.

(Bad Honnef, 10. Mai 1997)
(Hermannsburg, 09. Mai 1998)
Frankfurt/Main, 11. Juni 2009

Deutsche Vereinigung für Gestalttherapie
DVG e.V.
- Geschäftsstelle -
Grünberger Straße 14
D-10243 Berlin
Tel. 030 - 740 782 84
Fax 030 - 740 782 85
Email info@dvg-gestalt.de
Internet www.dvg-gestalt.de


Hinweise zur Beschwerdemöglichkeit für Klienten

1. VERFAHRENSWEISEN FÜR DAS EINREICHEN VON BESCHWERDEN
1.1 Erster Kontakt
Allgemeine Fragen über den Verlauf und die Kriterien von Beschwerden können von jedem Mitglied der Kommission (nachfolgen „ESK“ genannt) telefonisch oder per Email beantwortet werden.
Auf Wunsch werden das Informationsblatt der Ethik- und Schichtungskommission (ESK), die Ethischen Leitlinien der DVG sowie dieses Dokument, die Verfahrensweisen der ESK, zugesandt.
Eine Beschwerde von einem DVG-Mitglied oder einem Nicht-Mitglied soll schriftlich erfolgen und folgendes enthalten:
- Darstellung der Anschuldigung;
- die von der ESK benötigten Schweigepflichtsentbindungen;
- eine Verzichtserklärung des/der Beschwerdeführers/in auf jedes Recht, von der ESK oder ihren Vertretern irgendwelche Dokumente oder Informationen, die Beschwerde betreffend, zum Zweck eines privaten Rechtsstreits gerichtlich anzufordern;
- wenn nötig, den Antrag, dass eine Fünf-Jahres-Frist aufgehoben wird.
1.2 Überprüfung der Möglichkeit von Schlichtungen
Bei allen eingereichten Beschwerden ist grundsätzlich zu prüfen, ob unter der Voraussetzung, dass Beschwerdeführer/in und Beschuldigte/r einwilligen, Schlichtungsgespräche sinnvoll und möglich sind.
1.3 Beurteilung von Beschwerden
Die ESK überprüft jede Beschwerde daraufhin, ob die Kriterien der Zuständigkeit erfüllt sind, die Beschwerde begründet ist, eine Schlichtung sinnvoll und möglich, die Beschwerde innerhalb der Fünf- Jahres-Frist eingereicht wurde. Anonym vorgebrachte Beschwerden werden nicht berücksichtigt.
Die ESK überprüft ebenfalls die Ernsthaftigkeit und Absicht der vorgebrachten Beschwerden.
Unglaubwürdige, spekulative und/oder in sich unstimmige Behauptungen bleiben unberücksichtigt.
Wenn eine Beschwerde in sich selbst ethische Leitlinien und Grundsätze verletzt, kann die ESK gegen den/die Beschwerdeführer/in selbst vorgehen. Gegenbeschwerden werden nicht berücksichtigt, solange in der ursprünglichen Beschwerde noch keine Lösung gefunden wurde.
Mehrere, gleichzeitige Beschwerden gegen ein Mitglied können miteinander verbunden werden, wenn der jeweilige legitime Anspruch des/der Beschwerdeführers/in, Zeugen oder des/der Angeschuldigten auf vertrauliche Behandlung, durch die Verbindung nicht gefährdet wird.
1.4 Kontrolle der Kommission durch den Vorstand der DVG
Bevor eine Beschwerde zur Bearbeitung angenommen wird, überprüft der Vorstand formal, ob die ESK den Nachweis erbracht hat, dass die Kriterien einer Beschwerde erfüllt oder nicht erfüllt sind.
1.5 Benachrichtigung des Angeschuldigten
Wenn eine Beschwerde zur Bearbeitung angenommen wird, informiert die ESK den/die Angeschuldigte/n in schriftlicher Form. Diese schriftliche Benachrichtigung enthält eine genaue Beschreibung des mutmaßlichen Verhaltens, um das es geht und benennt die spezifischen Abschnitte der Ethischen Leitlinien, die der/die Angeschuldigte verletzt haben soll.
Die ESK legt diesem Brief bei:
- eine Kopie der schriftlichen Darstellung der Anschuldigung;
- alle zusätzlichen Materialien, die von dem/der Beschwerdeführerin bzw. in dessen Namen eingereicht wurden;
- die Ethischen Leitlinien der DVG, die Verfahrensweisen der ESK sowie eine Erklärung, die besagt, dass die von dem/der Angeschuldigten überreichten Informationen in die Untersuchungsunterlagen aufgenommen werden können, wenn weitere Verfahren folgen, und dass alle Materialien, die von der/dem Beschwerdeführer/in stammen, vertraulich zu behandeln sind.

1.6 Erfordernis persönlicher Stellungnahme
Obwohl die/der Angeschuldigte das recht hat, sich in allen Phasen des Verfahrens mit einem Anwalt zu beraten, muss er/sie zu einer Beschwerde wegen eines unethischen Verhaltens persönlich Stellung nehmen und darf dies nicht einem Rechtsvertreter oder einer dritten Partei überlassen.
Wenn die /der Angeschuldigte gute Gründe dafür vorbringt, warum er/sie nicht persönlich Stellung nehmen kann, kann die ESK diese Bedingung aufheben.

1.7 Frist für die Antwort des/des Angeschuldigten
Nach Erhalt der Beschwerde steht dem/der Angeschuldigten eine Frist von 30 Tagen zur Verfügung, um eine Stellungnahme auf die Beschwerde zu geben. Bei einem begründeten Antrag, kann die Frist für eine Antwort auf die Beschwerde durch die ESK verlängert werden.

1.8 Zusätzliche oder alternative Maßnahmen
Die ESK oder der Vorstand können zusätzliche Informationen von dem/der Beschwerdeführer/in oder jeder anderen angemessenen Quelle anfordern. Beide können ebenfalls Empfehlungen aussprechen, die Beschwerde an eine zuständige Aufsichtsbehörde oder an ein Gericht zu übergeben.

1.9 Schriftliche Benachrichtigung
Beschwerdeführer/in und Angeschuldigte/r werden über Veränderungen bzw. neue Informationen im Verlauf der Untersuchung informiert und es wird ihnen die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben, bevor diese Informationen bzw. Veränderungen von der ESK im laufenden Verfahren verwandt werden. Sie werden ebenfalls schriftlich benachrichtigt, wenn die Untersuchung abgeschlossen ist.

1.10 Persönliches Erscheinen
Die ESK und der Vorstand können den/die Angeschuldigte/n auffordern, persönlich vor der ESK zu erscheinen. Der/die Angeschuldigte hat keinen Anspruch auf ein persönliches Erscheinen.

2. BEURTEILUNG UND SANKTION
Kommt die ESK zum Ergebnis, dass eine Verletzung der Ethischen Leitlinien der DVG nicht stattgefunden hat, begründet sie ihre Entscheidung schriftlich. Kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Verletzungen der Ethischen Leitlinien der DVG durch ein Mitglied stattgefunden haben, spricht sie eine Sanktion oder Weisung aus und begründet dies schriftlich. Diese Entscheidung ist so abzufassen, dass Persönlichkeitsrechte von Drittpersonen gewahrt bleiben.

3. MÖGLICHE SANKTIONEN UND WEISUNGEN
Der ESK stehen folgende Maßnahmen zur Verfügung:
3.1 Hinweise auf unethisches Verhalten und Aufforderung zur Unterlassung
Es ist angebracht, als Sanktion einen Hinweis auf unethisches Verhalten auszusprechen, wenn ein Verstoß gegen die ethischen Leitlinien vorliegt, der aber aller Wahrscheinlichkeit nach einer anderen Person keinen oder nur geringen Schaden zufügt oder dem Berufsstand nicht wesentlich schadet und auch in anderer Hinsicht nicht so schwerwiegend war, dass eine härtere Sanktion verhängt werden müsste.
3.2 Einverständlicher Austritt
Wenn die/der Angeschuldigte sein/ihr Fehlverhalten ausreichend schriftlich eingesteht, nachdem die Kommission ihn/sie darüber informiert hat, dass ein solcher Vorwurf vorliegt, kann die ESK einen einverständlichen Austritt anbieten. Wenn die/der Angeschuldigte die empfohlene Lösung des einverständlichen Austritts akzeptiert, überreicht die ESK zusammen mit der Akte über diesen Fall und der Begründung für die Empfehlung eines einverständlichen Austritts unter den in der eidesstattlichen Erklärung festgelegten Bedingungen dem Vorstand eine Kopie der eidesstattlichen Austrittserklärung.

Kontakt:
Rolf Heinzmann,
Praxis: Nowackanlage 15, 76137 Karlsruhe
Tel. 0721 - 664 92 16
E-Mail: rolfheinzmann@t-online.de

Zuständiges Vorstandsmitglied: Ilona Heilmann

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